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25.08.2019 , es ist jetzt 15:50 Uhr

Kompositionslehre



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Vergleichen Sie die beiden Bilder oben, so stellen Sie fest, dass das zweite Bild das Auge mehr anspricht, als das erste.

Woher kommt das?

Durch die Gruppierung der einzelnen Elemente, ist aus einer Anordnung ein Bild geworden.

Es wirkt nicht nur geschlossener, sondern auch interessanter, spannender.

Machen wir noch selbst einen Vesuch
Klicken Sie dazu auf den untenstehenden Link.
Im neu erscheinenden Bild können Sie ein schwarzes Quadrat anklicken und (langsam) mit der Maus auf dem Bildschirm herumziehen. Wenn Sie das Quadrat platziert haben, klicken Sie erneut und die Form bleibt dort liegen.
Das Ziel ist es, das Quadrat "schön" auf dem Bildschirm hinzulegen.
Auf dem Bildschirm mit dem schwarzen Quadrat hat es einen weiteren Link, wenn Sie diesen anklicken, gelangen Sie zur Erklärung des Versuches.
Viel Spass!
Hier geht es zum Versuch

Bei allen Bildern von namhaften Künstlern erkennt man, dass sie den wichtigsten Teil des Bildes in den Goldenen Schnitt gerückt haben.

Oft sind die Augen, Personen und Gegenstände oder die Horizontlinie im Goldenen Schnitt.

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Paul Klee

Aber: Was ist eigentlich der Goldene Schnitt?

Zuerst einmal ist der Goldene Schnitt ein Teilungsverhältnis. Er teilt eine Strecke oder eine Fläche in einem "schönen" Verhältnis. Doch was heisst hier "schön"? Schön heisst immer auch harmonisch, wohltuend für das Auge, ausgewogen. Da bekanntlich die Griechen grosse Aesthetiker waren, verwundert es nicht, dass bereits sie sich mit dem Goldenen Schnitt befassten.

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Dora Maar


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Die folgende Konstruktion zeigt, wie eine Strecke harmonisch geteilt wird.
Die Strecke AB wird halbiert und in B senkrecht zu AB abgetragen: C

Nun wird die Strecke BC auf AC abgetragen: D.
Kreis um A mit Radius AD gibt T


T teilt nun AB harmonisch
In unserem Fall ist das Verhältnis der Strecke BT zu AT wie AT zu AB
Oder als mathematische Formel:

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Giovanni Segantini

 

Natürlich wurde auch in der Natur nach dem harmonischen, goldenen Verhältnis gesucht. Hier einige wenige Beispiele:
Das Pentagramm ist selber im Goldenen Schnitt geteilt und darauf basierend
die Glockenblume, der Efeu, das Eichenblatt, die Sonnenblume
der Seestern
das Wachstum bei den Ästen
die Fibonacci-Regel
auch der Bauchnabel des Menschen ist im Goldenen Schnitt

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Max Rudolph Geiser

 

Als Handformel kann ich ein Rechteck in 9 kleine Rechtecke aufteilen, dann liegt der Goldene Schnitt innerhalb des mittleren Rechtecks.

Oder aber ich kann das Rechteck in 25 kleinere Rechtecke aufteilen, dann liegt der Goldene Schnitt ausserhalb des mittleren Rechtecks.

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Um Eintönigkeit zu vermeiden, platzieren wir die bildwichtigen Teile entlang oder in der Nähe des Goldenen Schnittes.

Natürlich sind wir uns bewusst, dass der Goldene Schnitt nur ein Mittel, eine Orientierung ist, um Harmonie zu erreichen, nie aber ein starres Gesetz!

Weitere Stilmittel, ein Bild zu "komponieren" sind: Gegenstände in den Vorder- oder Hintergrund zu stellen, Grössenwechsel derselben Form, Überschneidungen, Farbkontraste, Betonung von gewissen Linien, z.B. Diagonalen oder Parallelen, auch Wiederholungen oder Wahl des Formates sind von grosser Wichtigkeit.

Welches Element soll der Blickpunkt sein? Gibt es Linien, die das Auge darauf hinführen? Herrscht ein Gleichgewicht? Ist das Bild ausgewogen? Welcher Rhythmus ist erkennbar?

Ist das Bild in sich harmonisch?

 

Mona Lisa von Michelangelo

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