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15.11.2019 , es ist jetzt 09:30 Uhr

Meine Kunstgalerie


meine berühmten pinselmännchen
(aquarell auf papier  1960  194 x 130 mm)


Gedanken zur Kunstbetrachtung

Sobald ich ein Kunstwerk betrachte, beurteile ich es auch automatisch. Im Folgenden mache ich mir einige, vielleicht auch provozierende, Gedanken dazu.
Die eingefügten Bilder stehen allerdings mit dem Text nicht in Zusammenhang.

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stilleben mit flasche
(aquarell auf papier   1988   A3)

Inhalt und Form

Bei jedem Kunstwerk geht es in erster Linie um die Form und nicht um den Inhalt. D.h. dass alles zum Kunstwerk werden kann, egal, ob ich eine Flasche, einen Baum oder einen Heiligen darstelle. Ein Werk wird dann zum Kunstwerk, wenn es stilecht ist, wenn die Form stimmt.

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entwurf für eine skulptur
(kohle auf papier   1988   15 x 30 cm)

Naturähnlichkeit

Kunst darf nicht ein Abklatsch der Natur sein. Ich kann die Natur in einem Bild nie abbilden, sonst müsste ich sie fotografieren. Also ist ein Bild nicht umso besser, je naturgetreuer es ist, sondern es ist dann gut, wenn der Rhythmus stimmt. Oft muss sogar eine naturgegebene Proportion zugunsten einer harmonischen Linienführung abgeändert werden.

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sonnenuntergang
(guache auf papier   1984   21 x 30 cm)

Fortschritt

In der Malerei gibt es keinen Fortschritt. Ältere Epochen haben nicht primitiver oder schlechter gemalt, deshalb ist die Malerei auch nicht immer vollkommener geworden. Jede Zeit hat aber ihre eigene Sprache und darum ihre eigene Vollkommenheit.

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kartonröhren
(bleistift auf papier   1987   30 x 40 cm)

Deformation

Jede Kunst muss gezwungenermassen durch und durch Deformation sein, da sie, wie oben schon beschrieben, nicht fotografisch ist. Ein Kunstwerk ist zugunsten der Schönheit deformiert.

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tanzschuhe
(bleistift auf papier   1987   25 x 30 cm)


Stilistische Einheit und Kohärenz

Jedes Kunstwerk ist eben dann ein Kunstwerk, wenn sich alles der Einheit unterordnet.
Im Zeitalter der Griechen und Römer war diese Einheit die Plastizität, im byzantinischen Zeitalter war die Einheit die Farbe, in der Gotik die Linie, in der Renaissance wieder das plastisch-räumliche und im Barock das koloristische Element.

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schattenblätter
(tusch auf papier   1989   31 x 43 cm)

Schön und Hässlich

Schön ist nicht der Gegenstand, der abgebildet wird, sondern die Darstellung desselben. Erst wenn die Gesamtharmonie stimmt, ist das Bild auch schön. Deshalb ist schön gleichbedeutend mit ausdrucksvoll und ist schliesslich eine geistige Tatsache.

 

 

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agavenblätter
kaltnadelradierung   1989   6,5 x 14 cm)

Anmut und Geziertheit

Anmut ist wie die Schönheit geistiger Natur. Das Gegenteil davon ist Geziertheit und somit hässlich.

 

 

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winterbaum
(kaltnadelradierung   1989   10 x 14 cm)

Gefühl und Sentimentalität

Jeder Ausdruck ist entweder gefühlvoll oder dann kippt er ab ins Sentimentale. Elemente gefühlsvoller Darstellungen sind z.B. die linearen Qualitäten, ob eine Linie fliessend, ruhig oder nervös ist. Weiter gibt es eine plastische oder tonale Qualität einer Fläche (hell-dunkel, schattiert, luministisch ...)
Solche Elemente sind der Dolmetscher der Seele des Künstlers. Sie sagen, wie der Künstler fühlt. Mit ihnen kann der Künstler sogenannt "weiss auf weiss" malen.

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hahnstudien (ausschnitt)
(tusch auf papier   1989   31 x 43 cm)

Dramatik

Es sollen nicht Tränen der Rührung, sondern Tränen der Bewunderung fliessen.
Ein wahrer Künstler wandelt jeden noch so dramatischen Stoff in eine klare, abstrakte, stilistische Einheit um.
In der klassischen Kunst wird der Gemütsbewegung die Abgeklärtheit entgegengesetzt.

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blumen stilleben
(aquarell auf papier   1996   21 x 30 cm)

Bewegung

Bewegung soll nur angedeutet sein und losgelöst von der unmittelbaren Handlung.
Bewegung soll innerlich stattfinden.

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tanne mit berg
(aquarell   1996   29 x 36 cm)

Farbe

Farbe ist nur Schein, im Gegensatz zur Wirklichkeit der Form.
Farben sprechen direkter an als Formen. Schon "primitive" Völker waren grosse Farbkünstler. Farbe ist mystisch, deshalb war sie im Mittelalter auch sehr wichtig.
Farbe und Form sind Gegensätze, die sich gegenseitig ausschliessen.
Farbe ist das Streben der Materie, Licht zu werden.

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schneeberg
(aquarell   1997   12 x 18 cm)

Architektur

Die Architektur ist diejenige Kunst, die am meisten unabhängig von der Natur ist.
Architektur ist wie die Glieder des Menschen: Wer kein Meister der menschlichen Anatomie ist, kann die Architektur nicht verstehen.
Tricks, Symbole der Architektur:
vom Quadrat über den Kreis zum Oval wird die Form immer bewegter, dynamischer. Ebenso vom Würfel zur Kugel. Darum wirkt ein 4-kantiger Pfeiler statisch, ein 8-kantiger Pfeiler schon sehr bewegt und eine Säule wirkt dynamisch und luftig. Wird die Säule zudem noch verjüngt, so kommt noch mehr Bewegung und Elastizität hinein. Ein Säulenbündel wirkt ebenfalls sehr lebendig, sogar schon fast unruhig.

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frühlingsbaum
(aquarell   1997   23 x 34 cm)

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baum
(aquarell   1997   13 x 16 cm)

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baum im spätherbst
(aquarell   1997   17 x 25 cm)

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kirche am fluss
(aquarell   1997   11 x 17 cm)

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bauernhof
(aquarell   1997   25 x 36 cm)

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